Die ersten Strom- und telefonleitungen in Anselfingen

Im Jahr 1906 beabsichtigt die Gemeinde Anselfingen, die Straßenbeleuchtung einzuführen. Die Nachtwache sei wertlos und koste zuviel Geld. Man überlegt, ob elektrisches Licht aus Engen bezogen werden soll. Drei elektrische Lampen mit 70 Mark jährlichen Brennkosten würden genügen, Petroleumbeleuchtung käme nicht billiger. Der bei der Ortsbereisung anwesende Teilhaber des Elektrizitätswerkes Engen, Bürgermeister Reebstein, erklärt, daß das Werk die Freileitung auf eigene Kosten erstellen werde, wenn in Anselfingen noch etwa fünf Motoren für landwirtschaftliche Maschinen aufgestellt würden und die Gemeinde die erforderlichen Masten für die Leitung stelle. Auch ist die Gemeinde noch nicht an das Telefonnetz angeschlossen, obwohl die Leitung Engen-Watterdingen durch den Ort führt. Die Kosten werden erfragt und man überlegt, das Telefon in der „Krone" unterzubringen

Das Gasthaus "Krone" heute
Nachdem die Gemeinden zu Beginn des neuen Jahr­hunderts ihre Wasserversorgung durch neue Wasserleitungen verbessern konnten und die bis dahin noch bestehenden Waschhäuser dadurch überflüssig geworden sind, hält auch die Elektrizität bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges Einzug. Durch das Kraftwerk Laufenburg werden die Dörfer mit Strom versorgt. Anselfingen hat für die Elektrifizierung eine Summe von 13.000 Mark aufnehmen müssen. Die Schuld wird in den nächsten 20 Jahren zu tilgen sein. Im Juni 1914 ist das Ortsleitungsnetz fertiggestellt und das Transformatorenhaus kann in Betrieb genommen werden. Ab September 1914 ist die Gemeinde mit Strom versorgt.
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